Kunstsommer 2026

„KONNICHIWA NATSU - HALLO SOMMER“

Dialog der Zeiten: Brücke-Maler und japanische Ästhetik

Das Rote Haus am Dippelsdorfer Teich war zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Ort der Sommerfrische – und wurde zu einer Quelle der Inspiration für die Künstler der expressionistischen Künstlergruppe BRÜCKE. In der hügeligen Landschaft, den langen Sommertagen und den Bewegungen der Badegäste fanden sie das, was ihren künstlerischen Aufbruch bestimmte: Spontaneität, Direktheit, eine neue Nähe zur Natur. Diese Suche nach dem Ausdruck des Augenblicks verbindet die BRÜCKE-Kunst mit der japanischen Ästhetik. Auch in der japanischen Kunst spielt die Momentaufnahme eine zentrale Rolle – in der Tuschemalerei, der Ikebana-Kunst, der Kalligrafie oder der Philosophie des Wabi-Sabi, die das Vergängliche und Unvollkommene wertschätzt. Wie die BRÜCKE-Künstler entdecken auch japanische Künstler die Kraft im Spontanen, im Flüchtigen und Fragment haften. Die Natur wird nicht idealisiert, sondern als lebendige Bewegung, als Lichtspiel und Empfindung sichtbar gemacht – in einer Linie, einem Schatten, einem Blatt im Wind.

Der Japanische Kunstsommer 2026 greift diesen künstlerischen Dialog auf: Drei Künstlerinnen – aus Okinawa, Tokio und Deutschland – bringen ihre Naturbeobachtungen in einen neuen Zusammenhang mit dem historischen Ort. Mit Tusche, Papier, floralen Formen und performativen Gesten entsteht eine lebendige Brücke zwischen Kulturen und Zeiten.

 

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Workshops & Veranstaltungen


An allen Wochenenden sind die Ausstellungsräume im Roten Haus geöffnet. Die Besichtigung der Werke der Künstler ist jeden Samstag und Sonntag von 11:00 - 17:00 Uhr möglich. Auf Anfrage können individuelle und persönliche Rundgänge mit den Künstlern erfolgen.

Rigo Sugama Foto WAI KUNG
Rigo Sugama Foto WAI KUNG
  • 06.06.2026
  • 17:00 - 20:00 Uhr
  • Eintritt frei am Roten Haus

Feiern Sie mit uns die Eröffnung des Japanischen Kunstsommers am Roten Haus. Wir laden Sie herzlich ein, die Ausstellung zu entdecken und die Künstlerinnen persönlich kennenzulernen. Begleitet wird die Veranstaltung von einer besonderen japanischen Tanzperformance der Meisterin des traditionellen
Ry-uky-u-Tanzes und des Uta-Sanshin, Riko Sugama. Für das leibliche Wohl ist gesorgt.

 

Rigo Sugama

 

Japanischer Kunstsommer 2026
Kunstsommer 2026
  • 06.06.2026 - 30.08.2026
  • Samstag, Sonntag 11:00 bis 17:00 Uhr

Japanische Kunst schöpft ihre besondere Kraft aus einem tiefen Gespür für die Natur. In der japanischen Kultur ist Achtsamkeit im Umgang mit der Welt ein zentraler Wert – sei es in der Wahrnehmung der beseelten Dinge, der Harmonie der Formen oder der Poesie des Vergänglichen. Diese Haltung prägt das künstlerische Schaffen bis heute – und bildet den thematischen Rahmen des Japanischen Kunstsommers 2026 am Roten Haus.

KESHI GOMU Radierstempel schnitzen Foto Karen Kamiya
  • Workshop mit Karen Kamiya
  • am14.06.2026
  • jeweils 10:00 - 16:00 Uhr

Radierstempel erlebten in Japan seit den späten 1990er-Jahren einen Boom. Unter Anleitung von Karen Kamiya schnitzen die Teilnehmenden eigene Motive in Radiergummi. Das kleine Format erfordert Präzision und Konzentration. Im Roten Haus wird in ruhiger Atmosphäre gearbei tet, zum Abschluss werden die Stempel gedruckt.

Teilnehmerbeitrag:
25,00 EUR pro Erwachsenen
15,00 EUR pro Kind

Anmeldung erforderlich unter:
info@kulturlandschaft-moritzburg.de oder 035207 - 8540

FROTTAGE entdecken
FROTTAGE entdecken Foto: Karen Kamiya
  • Workshop mit karen Kamiya
  • am 28.06.2026
  • 10:00 - 16:00 Uhr

Die Frottagetechnik eröffnet einen spielerischen Zugang zu Spuren aus Natur und Alltag. Auf dem Gelände des Roten Hauses wählen die Teilnehmenden verschiedene Oberflächen und übertragen deren Strukturen durch Abreiben auf Papier oder Stoff. So entstehen individuelle, einzigartige Muster.

Teilnehmerbeitrag:
25,00 EUR pro Erwachsenen
15,00 EUR pro Kind

Anmeldung erforderlich unter:
info@kulturlandschaft-moritzburg.de oder 035207 - 8540

Actionpainting Irene Wieland
Actionpainting Irene Wieland
  • 04.07.2026
  • 17:00 - 19:00 Uhr
  • Eintritt frei am Roten Haus

Zur Eröffnung des zweiten Ausstellungsteils erwartet Sie eine besondere Live-Performance am Roten Haus. Begleitet vom Cellospiel von Sabine Grüner lässt Irene Wieland vor Ort ein expressives Bild entstehen. Die Zuschauerinnen und Zuschauer können diesen kreativen Prozess live auf einem Paravent miterleben und verfolgen, wie sich das unmittelbare Zusammenspiel von Klang und Form entfaltet. Für das leibliche Wohl ist ebenfalls gesorgt.

 

Tanabata
Tanabata Foto:iStock
  • 07.07.2026
  • ab 15:00 Uhr
  • Eintritt frei am Roten Haus
  • für die Ganze Familie und Große sowie Kleine Gäste

Einer alten Legende zufolge begegnen sich die Sterne Wega und Altair nur einmal im Jahr an genau diesem Tag, da sie sonst durch die Milchstraße voneinander getrennt sind. Wir laden Sie herzlich ein, Teil eines der schönsten Sommerfeste Japans zu werden. Schreiben Sie Ihre Wünsche auf farbige Papierstreifen und falten Sie anschließend kleine Figuren, die im Schilf am Ufer aufgehängt oder dem Wasser übergeben werden. Die beiden Künstlerinnen Karen Kamiya und Irene Wieland begleiten Sie

beim Falten der Figuren und geben dabei spannende Einblicke in die Tradition dieses Festes. Im Mittelpunkt steht der symbolische Akt des Loslassens, der die Erfüllung der Wünsche begünstigen soll. Am Nachmittag erwartet Sie zudem ein kleines Puppentheater, begleitet von einer Auswahl süßer und herzhafter Snacks.

  • mit Christine Gruler & Daniela Wittig
  • 28.6. &  26.7. ab Rotem Haus Friedewald
  • 7.6. I 5.7. | 16.8. I 30.8. | 6.9. I 20.9. | 4.10. I 20.10.2026 ab Moritzburg Information
  • 11:00 - 13:00 Uhr

Teilnehmerbeitrag:

15,00 EUR pro Person

Anmeldung erforderlich unter:
info@kulturlandschaft-moritzburg.de oder 035207 - 8540

 

japanische Tuschmalerei mit Reibesteinen
japanische Tuschmalerei mit Reibesteinen Foto: Irene Wieland
  • Workshop mit Irene Wieland
  • am 18.07.2026
  • 10:00 - 15:00 Uhr
  • für Anfänger und Fortgeschrittene bis 16 Jahre

Farbige Tuschesteine aus Japan und feines Japanpapier liegen bereit. Die Teilnehmer/-innen sind eingeladen, die Farben selbst durch behutsames Reiben zum Leben zu erwecken – ein langsamer, stiller Prozess, der in eine meditative Ruhe führt. Aus dieser Versenkung heraus entsteht eine farbige Zeichnung auf dem zarten Japanpapier. Das Jahr 2026 steht unter dem Zeichen des Pferdes (Uma Doshi) – kraftvoll, frei und in Bewegung.

Teilnehmerbeitrag:
15,00 EUR pro Kind

Anmeldung erforderlich unter:
info@kulturlandschaft-moritzburg.de oder 035207 - 8540

japanische Tuschmalerei mit Reibesteinen
japanische Tuschmalerei mit Reibesteinen Foto: Irene Wieland
  • Workshop mit Irene Wieland
  • am 19.07.2026
  • 10:00 - 15:00 Uhr
  • für Anfänger und Fortgeschrittene ab 17 Jahre

Farbige Tuschesteine aus Japan und feines Japanpapier liegen bereit. Die Teilnehmer/-innen sind eingeladen, die Farben selbst durch behutsames Reiben zum Leben zu erwecken – ein langsamer, stiller Prozess, der in eine meditative Ruhe führt. Aus dieser Versenkung heraus entsteht eine farbige Zeichnung auf dem zarten Japanpapier. Das Jahr 2026 steht unter dem Zeichen des Pferdes (Uma Doshi) – kraftvoll, frei und in Bewegung.

Teilnehmerbeitrag:
25,00 EUR pro Kind

Anmeldung erforderlich unter:
info@kulturlandschaft-moritzburg.de oder 035207 - 8540

Selbstbildnis liegend 1909_55 Max Pechstein
Selbstbildnis liegend 1909_Max Pechstein

„Wasser – Farbe – Licht! Die ELEmente von Max Pechstein. Endlich ist er angekommen …“

  • 21. Juli 2026
  • 19:00 - ca. 20:30 Uhr
  • Vortrag von Julia Pechstein

Was inspirierte Max Pechstein, was malte er, was prägte ihn, wie war er als Künstler? Alle diese Fragen und mehr Aspekte des Lebens von Max Pechstein möchte die Enkelin des berühmten Künstlers, Frau Julia Pechstein aus Hamburg den Zuhörern mit dem Vortrag vermitteln. Die Gäste erhalten interessante Einblicke in Max Pechsteins Aufenthalt hier in Moritzburg und an den Moritzburger Teichen. Die eine oder andere persönliche Anekdote zu ihrem Großvater rundet den Vortrag ab.

Eintritt: 10,00 EUR pro Person

 

Schattenspiel
Schattenspeil Foto: Irene Wieland
  • Workshop mit Irene Wieland
  • am 26.07.2026
  • 10:00 - 15:00 Uhr

Bleistifte und Skizzenblöcke sowie Tonpapier und Cuttermesser stehen zur Verfügung. Im Workshop werden Schattenspiele der Umgebung untersucht und reduzierte Außen- und Umrissformen zeichnerisch er fasst. Auf Grundlage einer ausgewählten Zeichnung wird eine Schablone aus Tonpapier erstellt. Diese kann anschließend zum Schneiden und Gestalten von Schattenfiguren verwendet werden

Teilnehmerbeitrag:
15,00 EUR pro Person

Anmeldung erforderlich unter:
info@kulturlandschaft-moritzburg.de oder 035207 - 8540

 

  • Führung mit Malen begleitet und moderiert von Christine Grulerd
  • am 1.8.2026
  • 11:00 - 15:00 Uhr
  • ab Moritzburg Information

Kreativtour im Geist der BRÜCKE Begeben Sie sich auf die Spuren der BRÜCKE

Künstler und erproben Sie praktisch ihre Arbeitsweise. Diese Führung lädt dazu ein, in die Welt der jungen Expressionisten einzutauchen, ihre Arbeitsweise kennenzulernen und selbst praktisch zu erproben. Künstlerisch begleitet, angeleitet und moderiert wird die Führung von der Kunsthistorikerin Christine Gruler.

Bitte bringen Sie Getränke und falls benötigt eine Wegzehrung, einen kleinen Hocker oder eine Decke, ggf. eigene Malutensilien mit. Der Rückweg erfolgt individuell zu Fuß oder um 15:19 Uhr ab Friedewald Bad mit der Lößnitzgrundbahn nach Moritzburg oder mit den ÖPNV nach Radebeul.

Teilnehmerbeitrag:
20,00 EUR pro Person

Anmeldung erforderlich unter:
info@kulturlandschaft-moritzburg.de oder 035207 - 8540

 

Kaligrafie
Kaligrafie von Karen Kamiya
  • Workshop mit Karen Kamiya
  • 09.08.2026
  • 10:00 - 15:00 Uhr

Tauchen Sie ein in die Welt der japanischen Schriftkunst und lernen in diesem Workshop die Grundlagen von Hiragana, Katakana und Kanji so wie erste Techniken der Kalligrafie kennen. Unter der Anleitung von Karen Kamjya entdecken Sie die Verbindung von Ausdruck, Konzentration und Ästhetik – ganz ohne Vorkenntnisse.

Teilnehmerbeitrag:

25,00 EUR pro Person

Anmeldung erforderlich unter:
info@kulturlandschaft-moritzburg.de oder 035207 - 8540

Bingata
Bingata von Arakaki Yuuka
  • Workshop mit Arakaki Yuuka
  • 22.08.2026
  • 10:00 bis 16:00 Uhr

In diesem Workshop gestalten Sie unter Anleitung von Yuuka Arakaki eigene Bingata-Muster mit Schablonen. Durch die Schattierung Kumadori entstehen farbintensive Blumenmotive, die Sie am Ende auf eine Tragetasche übertragen. Gleichzeitig erhalten Sie einen Einblick in die farbenreiche Gestaltungstradition Okinawas.

Teilnehmerbeitrag
25,00 EUR pro Erwachsener
15,00 EUR pro Kind

  • 29.08.2026
  • 17:00 Uhr
  • Eintritt frei am Roten Haus

 

Abschluss Kunstsommer 2026
mit einem Konzert von Anna Romanowská Fliegerová (Geige / Koto) aus Prag und Sabine Grüner (Cello) aus Dresden

Zum Abschluss laden wir Sie herzlich ein, den Kunstsommer 2026 ein letztes Mal zu besuchen. Entdecken Sie die entstandenen Werke und kommen Sie mit den Künstlerinnen ins Gespräch. Ein besonderes Highlight des Abends ist ein Konzert von Sabine Grüner (Cello) und Anna Romanowská (Violine & Koto). Beide verbrachten im Jahr 2025 mehrere Wochen im Kunsthaus in Osaka – einem Ort, der als Ausgangspunkt und Inspiration für den diesjährigen Kunstsommer diente. Freuen Sie sich auf einen inspirierenden Abend in besonderer Atmosphäre. Kulinarische Kleinigkeiten runden das Erlebnis ab.

 

Bedeutung Rotes Haus & Kunstsommer am Rotes Haus


Am Roten Haus, als Ort der Kunst, der Kultur und der gesunden Lebensart soll es gelingen, in vielfältiger Weise sinnbildliche Brücken zu bauen. Idyllisch in die Teichlandschaft von Moritzburg eingebettet, entwickelt sich hier eine Verbindung aus der Vergangenheit hin zur Gegenwart. Das um 1900 erbaute rote Badehaus und der markante Höhenzug am Südufer des Dippelsdorfer Teiches bestimmten einen Komplex von Zeichnungen und Gemälden der Künstler dieser Zeit. Vor diesem Hintergrund wurde das Rote Haus 2005 als Nachbildung des alten Badehauses errichtet.    

Berühmt geworden ist der Ort durch die Künstlergruppe BRÜCKE. In den Jahren 1905 - 1911 trafen sich die Brücke-Künstler Fritz Bleyl, Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner und Max Pechstein an den Moritzburger Teichen, um unbelastet von zivilisatorischen Zwängen zu arbeiten und zu entspannen. In dieser Zeit entstand eine Vielzahl an farbintensiven, lebendigen und eindrucksvollen Werken der BRÜCKE-Künstler. Berühmte Werke wie „Das rote Badehaus“ und die „Drei Badenden am Teich“ von Max Pechstein zeigen Badeszenen des Moritzburger Sommeraufenthalts am Dippelsdorfer Teich. Der Begriff der expressionistischen Malerei und Grafik ist heute untrennbar mit den an den Moritzburger Teichen entstanden Werken der BRÜCKE-Gruppe verbunden.
Der Ort am Roten Haus, ein außergewöhnlicher Platz und verbunden mit einer besonderen Geschichte.

Im Rahmen des Projektes „Brücke-Weg Moritzburg“, ein im Jahr 2014 umgesetztes Projekt der Kulturlandschaft Moritzburg GmbH in Zusammenarbeit mit der
Brückegesellschaft Moritzburg e.V., hat sich das Rote Haus zu einem Kern- und Startpunkt für Führungen und Veranstaltungen zum Thema „BRÜCKE in Moritzburg“ entwickelt.

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