„KONNICHIWA NATSU - HALLO SOMMER“
Dialog der Zeiten: Brücke-Maler und japanische Ästhetik
Das Rote Haus am Dippelsdorfer Teich war zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Ort der Sommerfrische – und wurde zu einer Quelle der Inspiration für die Künstler der expressionistischen Künstlergruppe BRÜCKE. In der hügeligen Landschaft, den langen Sommertagen und den Bewegungen der Badegäste fanden sie das, was ihren künstlerischen Aufbruch bestimmte: Spontaneität, Direktheit, eine neue Nähe zur Natur. Diese Suche nach dem Ausdruck des Augenblicks verbindet die BRÜCKE-Kunst mit der japanischen Ästhetik. Auch in der japanischen Kunst spielt die Momentaufnahme eine zentrale Rolle – in der Tuschemalerei, der Ikebana-Kunst, der Kalligrafie oder der Philosophie des Wabi-Sabi, die das Vergängliche und Unvollkommene wertschätzt. Wie die BRÜCKE-Künstler entdecken auch japanische Künstler die Kraft im Spontanen, im Flüchtigen und Fragment haften. Die Natur wird nicht idealisiert, sondern als lebendige Bewegung, als Lichtspiel und Empfindung sichtbar gemacht – in einer Linie, einem Schatten, einem Blatt im Wind.
Der Japanische Kunstsommer 2026 greift diesen künstlerischen Dialog auf: Drei Künstlerinnen – aus Okinawa, Tokio und Deutschland – bringen ihre Naturbeobachtungen in einen neuen Zusammenhang mit dem historischen Ort. Mit Tusche, Papier, floralen Formen und performativen Gesten entsteht eine lebendige Brücke zwischen Kulturen und Zeiten.
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Japan und sein einzigartiger Zauber: Die Kraft der Natur als Inspirationsquelle
Japanische Kunst schöpft ihre besondere Kraft aus einem tiefen Gespür für die Natur. In der japanischen Kultur ist Achtsamkeit im Umgang mit der Welt ein zentraler Wert – sei es in der Wahrnehmung der beseelten Dinge, der Harmonie der Formen oder der Poesie des Vergänglichen. Diese Haltung prägt das künstlerische Schaffen bis heute – und bildet den thematischen Rahmen des Japanischen Kunstsommers 2026 am Roten Haus.
Vorschau auf Teilnehmende Künstlerinnen:
Karen Kamiya (Tokio / Dresden): Meisterschülerin von Alicja Kwade und Mandla Reuter an der Hcohschule für Bildenen Künste ( HfBK) Dresden. Ausgehend von traditionellen Mustern und strukturellen Motiven aus Japan und Europa erforscht sie die Transformation und Überlagerung von ‚Formen‘ als kulturelle Schnittstellen.
Irene Wieland (Deutschland): Studium an der HfG in Offenbach a. M. , Mitglied der Dresdner Sezession 89; Seit ihrer Einladung durch das Nanjo Museum in Okinawa 2023 arbeitet sie an der Verbindung japanischer Papier- und Tuschekunst mit europäischen Kontexten.
Arakaki Yuuka (Okinawa): Ihre floralen Werke sind von der traditionellen Malerei Okinawas beeinflusst und widmen sich der Pflanzenwelt ihrer Heimatinsel. Nach dem Studium der Okinawa Prefektual High School arbeitete Arakaki als Bingata Designerin und gewann dabei verschiedene Auszeichnungen wie z.B. den grand prize at the Ryugin Bingata Design
Programm folgt
An allen Wochenenden sind die Ausstellungsräume im Roten Haus geöffnet. Die Besichtigung der Werke der Künstler ist jeden Samstag und Sonntag von 11:00 - 17:00 Uhr möglich. Auf Anfrage können individuelle und persönliche Rundgänge mit den Künstlern erfolgen.
Eröffnung Kunstsommer am Roten Haus und 120 Jahre BRÜCKE
Zur Eröffnung spricht die profunde Kennerin der Künstlergemeinschaft BRÜCKE, die Kunstwissenschaftlerin und Autorin Dr. phil. Katja Lindenau.
Jazz-Musik mit Jochen Aldinger (Klavier), Tomasz Skulski (Saxophon) und Oliver Klemp (Bass)
Das 120. Gründungsjubiläum der Künstlergruppe BRÜCKE ist für uns ein Anlass, die Initiativen wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken. Der Bogen, den der Kunstsommer am Roten Haus seit 12 Jahren von den künstlerischen und philosophischen Idealen der BRÜCKE-Künstler in die Gegenwart schlägt, soll dabei im Mittelpunkt stehen.
Die Anregung für diesen Tagesworkshop liefert eine Schriftgestaltung des BRÜCKE-Künstlers Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938). Für das Programm der expressionistischen Künstlergruppe BRÜCKE schuf er einen Holzschnitt mit Schrift. Im Kurs ist diese Arbeit der Ausgangspunkt für unterschiedliche Schriftgestaltungen. Wir erproben Texturen, nutzen Stempel und nähern uns auch den Besonderheiten von Kirchners Buchstaben an. Die spielerische Verwendung verschiedener Werkzeuge wie Ziehfeder, Cola Pen, Balsa Holz, klassischen Federn und Radiergummi wird zu spannenden Ergebnissen führen.
Teilnehmerbeitrag:
45,00 EUR pro Person
Anmeldung erforderlich unter:
info@kulturlandschaft-moritzburg.de oder 035207 - 8540
Die menschliche Gestalt ist faszinierend und unendlich in ihrem Ausdruck, Beim Aktzeichnen im Freien verbindet sich die Figur zudem noch mit der Landschaft.
Dies in einer Zeichnung, auf einem Blatt fassen zu wollen ist ein besonderes Erlebnis. In der reizvollen Landschaft rund um das am Roten Haus am Dippelsdorfer Teich wird das nun möglich sein. Ein Ort, an dem auch die Brücke-Künstler schon in der Natur gearbeitet haben.
Skizzenpapier und A3 Zeichenpapier, sowie Zeichenkohle sind vorhanden. Weiteres Material bitte selbst mitbringen, ebenso Verpflegung für den Tag.
Der Kurs ist für Erwachsene geeignet.
Teilnehmerbeitrag:
60,00 EUR pro Person
Anmeldung erforderlich unter:
info@kulturlandschaft-moritzburg.de oder 035207 - 8540
Teilnehmerbeitrag:
15,00 EUR pro Person
Anmeldung erforderlich unter:
info@kulturlandschaft-moritzburg.de oder 035207 - 8540
Mit einer freien und expressiven Bildsprache haben die Brücke-Künstler neue Ausdrucksformen in der Malerei geschaffen. Bis heute inspirieren uns ihre farbintensiven Figuren und Landschaften. Hier in der Moritzburger Teichlandschaft wollen wir gemeinsam malerische Studien direkt vor dem Motiv entstehen lassen.
Die bekleidete und nackte menschliche Figur erleben wir unter freiem Himmel am Wasser und versuchen, diese in Farbe ganz individuell wiederzugeben. Dabei werden Grundlagen der Malerei vermittelt. Es können verschiedene Techniken ausprobiert werden, z.B. Pastell, Aquarell und Tempera.
Basismaterial wird gestellt. Gern können Sie eigenes Material, Farben, Pinsel, geeignetes Papier, Malpappen und Leinwände mitbringen!
Kurs für Anfänger und Fortgeschrittene ab 14 Jahren
Teilnehmerbeitrag:
60,00 EUR pro Person
Anmeldung erforderlich unter:
info@kulturlandschaft-moritzburg.de oder 035207 - 8540
Der Schauspieler Lars Jung begibt sich anhand ausgewählter Aufzeichnungen der BRÜCKE-Künstler und deren Zeitgenossen auf eine Spurensuche. Mit Humor und Feinsinn zeichnet er ein Bild des Alltagslebens zwischen künstlerischen Idealen und der Prüderie des kaiserlichen Deutschlands zur Jahrhundertwende.
Die Lesung wird musikalisch gestaltet von dem virtuosen Trompeter Joachim Schäfer.
Eintritt:
15 EUR pro Person
Inspiriert von afrikanischen und ozeanischen Kunstwerken schufen die Brücke Künstler plastische Werke, die kraftvoll, unkonventionell und voller Ausdruck sind. In diesem Workshop lernst du ihre Kunst kennen und wirst selbst kreativ! Mit Ton formst du deine eigene Skulptur – ganz nach deinem Gefühl. Dein persönlicher Ausdruck steht im Mittelpunkt, genau wie bei den BRÜCKE-Künstlern.
Mach mit und gestalte dein eigenes keramisches Kunstwerk!
Mitzubringen ist Arbeitskleidung, die schmutzig werden kann. Das benötigte Material steht vor Ort zur Verfügung.
Teilnehmerbeitrag:
40,00 EUR pro Person
Anmeldung erforderlich unter:
info@kulturlandschaft-moritzburg.de oder 035207 - 8540
Zu diesem Workshop sind jugendliche und erwachsene MusikerInnen eingeladen, die Improvisationsfähigkeiten erlernen oder verbessern wollen.
Dabei lassen sich die MusikerInnen von den bisher im Kunstsommer entstandenen Bildern im Bereich Malerei, Grafik und Schriftgestaltung inspirieren. Sie nehmen die verschiedenen Stimmungen dieser Arbeiten auf und transportieren sie in einen musikalischen Ausdruck. Hierzu gehört Einfallsvermögen und die Fähigkeit sich spontan und selbstbewußt auszudrücken. Beides sind Fähigkeiten, die in der Kunst der BRÜCKE-Künstler eine wichtige Rolle spielten.
Für die MusikerInnen werden am Roten Haus professionelle Studiobedingungen geschaffen, die es ermöglichen, die entstandenen Klangfolgen und das neue Tonmaterial zu konservieren. Die Arbeitsergebnisse werden zum Abschluss des Workshops präsentiert.
Teilnehmerbeitrag:
60,00 EUR pro Person
Anmeldung erforderlich unter:
info@kulturlandschaft-moritzburg.de oder 035207 - 8540
Präsentation der Ergebnisse des Improvisationsworkshops
Zum Abschluss des Kunstsommers laden wir die Einwohner und Gäste herzlich an eine große sommerliche Tafel ein.
Ab 16.00 Uhr können Besucher ihre mitgebrachten oder vor Ort erworbenen Leckereien genießen, während die Bigband Moritzburg für musikalische Unterhaltung sorgt.
Noch einmal kann die Ausstellung im Roten Haus mit den Ergebnissen der Workshops besichtigt werden.
Diese Aktion wird unterstützt vom Dorf- und Feuerwehrverein "Friedewalder Eiche" e.V. Dafür unser herzlichster Dank!
Detaillierte Informationen ab Juli
Am Roten Haus, als Ort der Kunst, der Kultur und der gesunden Lebensart soll es gelingen, in vielfältiger Weise sinnbildliche Brücken zu bauen. Idyllisch in die Teichlandschaft von Moritzburg eingebettet, entwickelt sich hier eine Verbindung aus der Vergangenheit hin zur Gegenwart. Das um 1900 erbaute rote Badehaus und der markante Höhenzug am Südufer des Dippelsdorfer Teiches bestimmten einen Komplex von Zeichnungen und Gemälden der Künstler dieser Zeit. Vor diesem Hintergrund wurde das Rote Haus 2005 als Nachbildung des alten Badehauses errichtet.
Berühmt geworden ist der Ort durch die Künstlergruppe BRÜCKE. In den Jahren 1905 - 1911 trafen sich die Brücke-Künstler Fritz Bleyl, Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner und Max Pechstein an den Moritzburger Teichen, um unbelastet von zivilisatorischen Zwängen zu arbeiten und zu entspannen. In dieser Zeit entstand eine Vielzahl an farbintensiven, lebendigen und eindrucksvollen Werken der BRÜCKE-Künstler. Berühmte Werke wie „Das rote Badehaus“ und die „Drei Badenden am Teich“ von Max Pechstein zeigen Badeszenen des Moritzburger Sommeraufenthalts am Dippelsdorfer Teich. Der Begriff der expressionistischen Malerei und Grafik ist heute untrennbar mit den an den Moritzburger Teichen entstanden Werken der BRÜCKE-Gruppe verbunden.
Der Ort am Roten Haus, ein außergewöhnlicher Platz und verbunden mit einer besonderen Geschichte.
Im Rahmen des Projektes „Brücke-Weg Moritzburg“, ein im Jahr 2014 umgesetztes Projekt der Kulturlandschaft Moritzburg GmbH in Zusammenarbeit mit der
Brückegesellschaft Moritzburg e.V., hat sich das Rote Haus zu einem Kern- und Startpunkt für Führungen und Veranstaltungen zum Thema „BRÜCKE in Moritzburg“ entwickelt.